Schalten ohne zu kuppeln

EnemyOne

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gsr_600
:hello:
Hallo Leutz,

das Thema wurde schon mal kurz angesprochen (Ölschauglas und Gänge)...

Ich mache hier aber mal 'nen Beitrag auf um gezielt drüber zu diskutieren.
Da ich kein Mechaniker bin und auch noch nie ein Motorrad komplett zerlegt habe, kann ich nur das was ich gelesen habe
und das was ich selber probiert / erfahren habe hier berichten.

1. Was habe ich gelesen...
Um es kurz zu machen gibt es ein bekanntes Buch, das sicher der ein oder andere hier gelesen hat:



Ab Seite 180 ff. (Ausgabe 2009) wird "Vom rechten Schalten und Walten" beschrieben.
Hier geht es darum, dass man grundsätzlich beim / vorm Hochschalten den Schalthebel vorbelasten soll und das Kuppeln und Schalten gleichzeitig passieren.
Weiterhin beschreibt er auch, dass man bei Zitat:"bürgerlichen" Drehzahlen auf das Kuppeln ganz verzichten kann, da beim Gaswegnehmen der Gang bei
vorbelastetem Schalthebel wie von selbt einrückt. (laut Autor ist dies getriebeschonender)


2. Was ich erfahren / probiert habe
Ich war nun neugierig und habe es einfach mal probiert. Ich habe gedacht im schlimmsten Fall muss ich bei "fiesen" Geräusch schnell Kuppeln. :thinking:
Das ganze habe ich (ausversehen :D ) gleich bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad probiert, d.h. vom 1. über N in den 2.!
Es hat geklappt - einfach "flutsch" - der 2te war drin... dann der 3. ... bis hin zum 6. (natürlich ausserhalb der Ortschaft).

Ich habe das wirklich nur 1-2 versucht und war erstaunt wie einfach und "smooth" das funktioniert.
Zu den Drehzahlen muss ich sagen, war ich im Bereich zwischen 5.000 und 7.000.
Bei höheren Drehzahlen sollte man das wohl nicht mehr machen... (laut Buch)

Mein persönliches Fazit ist, dass insbesondere in der Stadt diese Methode super ist, da es für mich persönlich immer sehr schwierig ist (Newbie)
geräuschlos in den 2. und teilweise auch 3. Gang zu kommen.


Weitere Links zum Thema:
- www.gsxr-fieber.de
- www.mikemoto.de

Was meint Ihr dazu und wie sind Eure Erfahrungen (Mechanik, Drehzahlen, Gänge - Sinn und Unsinn)... :help:
 

GSR1990

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Also ich mache das sehr oft so. Habe das auch im Forum gelesen und pobiert.

Siehe da es geht...keine Geräusche und sehr sanft! Es ist eben auch sehr angenehm nur den Fuß leicht anzulegen, Gas weg und sofort wieder voll aufreisen zu können.... :)

Ich sehe aber kein Problem das auch in hoheren Drehzahlbereichen zu machen, auch dort funktioniert das nach meiner Erfahrung ganz gut!

Mir macht das sehr viel Spaß, von daher werd ich das weiterhin so betreiben.


PS. Ich hab mal gehört das das Schalten ohne Kupplung sogar besser sein soll (auch für den Motor gesehen) stimmt das?!
 

Andreas1

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gsr_600
Hoch schalte ich fast immer ohne Kupplung. Bei hohen Drehzahlen geht das meiner Meinung nach genauso "smooth", durchs Gaslupfen ist das Getriebe kurz entlastet, da spielt die Drehzahl - wenn man alles richtig macht - keine Rolle.
Es geht schneller und fühlt sich irgendwie auch "richtiger" an.

Runter dagegen schalte ich immer mit Kupplung. Ich weiß, dass es auch ohne geht, selbst schon ausprobiert. Aber grad beim harten Anbremsen ist es mir zuviel auf einmal, man kann keine Gänge überspringen & ich konzentrier mich lieber drauf, dass hinten nix stempelt. (Hatte mal aufm Ring beim Anbremsen auf Wehrseifen blockierendes Hinterrad durchn Fahrfehler, wird man ganz schön wach :whistle: )


Ablauf halt wie beschrieben:
Rauf - Hebel leicht vorbelasten, beim Beschleunigen kurz Gaslupfen & gleichzeitig Hebel nach oben durchziehen, Gas sofort wieder auf.
Runter - Im Schiebebetrieb Fuß ohne Druck auf den Hebel (jetzt liegt zu wenig Last auf dem Antriebsstrang, deswegen würde vorbelasten sein lassen), Gas kurz aufdrehen (die Drehzahl muss genau soweit hoch gehen, dass man nicht im Schiebebetrieb ist aber auch nicht beschleunigt - Antriebsstrang ist kurz ohne Last) & in dem Moment runterschalten. Ist schwerer, gibt man zu viel oder zu wenig Gas klappts nicht. Ob & wie es bei gleichzeitigem Bremsen geht :dontknow: , aber das Wissen bringt einen mit gerissenem Kupplungsseil / gebrochenem Hebel nach Hause.


Für den Motor ist keine Methode besser oder schlechter, den juckt es nicht. Macht man alles richtig, wird das Getriebe nicht stärker belastet - Kupplung trennt ja auch nur Getriebe vom Motor, damit keine Last anliegt beim Schalten - wenn wir einfach nur dafür sorgen, dass keine Last anliegt, kann die Verbindung ruihg bestehen bleiben (siehe moderne Rennschaltautomaten, die mit Zündunterbrechung funktionieren). Die Kupplung wird sogar etwas geschont. Die sieht ihre größte Belastung aber bei Anfahrvorgängen, von daher macht es wohl keine großen Unterschied für die Lebensdauer, auf welche Art man schalten - solang man alles richtig macht.
 

jonnyblacklabel

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Ich hab mir über das Kuppeln und Schalten eigentlich noch nie so viele Gedanken gemacht. Hat ja immer funktioniert.
Seit dieser Saison habe ich aber das Gefühl ich mach irgendwas falsch. Manchmal wenn ich vom 1 über N in den 2 schalte, knallt es ziehmlich laut. Meistens wenn ich den 1 weiter hoch ziehe, also bei höheren Drehzahlen. Was mach ich da falsch?
 

Magic

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Hi,

@JonnyBlackLabel:
Wenn`s kracht entlastest Du den Antriebstrang nicht genug..
Fuß anlegen.. & im selben Moment das Gas wegnehmen...(evtl. bisserl früher/später)
Mal mit weniger Drehzahl testen, dann kracht`s auch nicht so laut im Falle eines ....
Wenn`s IMMER krachen würde, könnt auch ne Schaltgabel verbogen sein...

.. Ihr könnt das Schalten ohne Kupplung ja "mit etwas Kupplung unterstützen", z.B. Anfang`s beim Runterschalten..
wenn Ihr hierbei noch Bedenken habt..., einfach üben zu Schalten wie Ohne Kupplung, also den Schalthebel "vorbelasten"
etwas vom Gas gehen (Antriebsstrang entlasten) & dann TROTZDEM die Kupplung ziehen aber nur 1.Zentimeter, oder 1,5...
blitzschnell im selben Moment & dann eben immer weniger Kupplung ...

Ihr könnt beides ja mitteinander kombinieren & werdet das für Euch richtige "Erfahren"....

Und das es bei hohen Drehzahlen "eher, schneller" kracht, oder Probleme macht kann ich zumindest bei der GSR
nicht bestätigen.. schalt quer durchs komplette Drehzahlband ohne Kupplung rauf & runter ohne Probleme...

Hatte nach dem letzten Ölwechsel & ca.(knapp) 15.ooo KM im Öl ein paar kleine glitzernde Metall(staub)partikel
aber nicht mehr oder weniger wie sonst..(da ist IMMER Abrieb drinn, schau das alte Öl IMMER nach ...
aber das ist nicht nur vom Getriebe...
mit nem Magneten & geh auch mit den Fingern durch...
(Früher haben Wir die Ölfilter aufgeschnitten um zu sehen was drinnen ist..)
ne Geruchs-& evtl. Geschmacksprobe!!! inkl. (Ja, altes Öl ist Giftig & Carzogen, hät Uns das
bloß mal Jemand früher gesagt...) :D

Unser geliebter Freund das Motorrad..
Das Buch "Die Obere Hälfte des Motorrades" von Prof. Bernt Spiegel,ist recht gut, zwar großteils sehr fachlich & trocken
aber ich nehm`s mir immer wieder mal wieder in die Hand..;z.B. an kalten Winterabenden.., auf`m Klo..

Spiegel vermittelt sehr anschaulich nicht nur die fahrphysikalische Seite des Motorradfahrens, sondern den genauso wichtigen den mentalen,
menschlichen Faktor. Er sagt auch: Ein Wunder das es überhaupt geht..das Motorradfahren..!?
Es hilft, Vorgänge zu begreifen, die einem zunächst absurd erscheinen, wie z.B. die paradoxe Lenkbewegung: warum muß man nach links lenken,
wenn man nach rechts fahren will? Aber auch Fragen wie: Wozu ist die Schräglage erforderlich?
Wie kann ich meinen Fahrstil verbessern? Welche Linie soll man in der Kurve fahren? usw.
Im zweiten Teil: Motorradtraining alle Tage..
Sind praktisch Übungen & weden Lernerfahrungen vermittelt..

Witzig würd`s wenn sich die ersten "die Schaltung Umdrehen"...Hochschalten dann nach Unten...
haben das früher (auch) an den Bikes gemacht um evtl. Diebe abzuschrecken...

Viel Spaß beim Biken....

Gruß M
 

Andreas1

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gsr_600
Doc Mabuserl schrieb:
Witzig würd`s wenn sich die ersten "die Schaltung Umdrehen"...Hochschalten dann nach Unten...
haben das früher (auch) an den Bikes gemacht um evtl. Diebe abzuschrecken...


Wie ich mir grad so einen Dieb vorstelle :D
Anfahren - abgewürgt. "oh, erster Gang nicht drin", klock, noch ein Gang hoch, wieder abgewürgt. :rofl:
 

Magic

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Das Problem ist halt, das man dann erst merkt wie "unbewußt/intuitiv" man eigtl. schaltet &
die Bewegungs-& Bedienungsabläufe im Hirn abgespeichert sind...
Dann das Schaltgestänge umdreht & auf die Renne geht...
Drehst die Drehzahl knapp vorn Begrentzer & dann schaltest nen Gang runter..UPSss.. :sick:
Das macht man "nicht oft"...
am Besten noch ohne Kupplung, dann dreht der Motor erst-& letztmalig "50.000 rpm"..

Gruß M
 

Buuuh

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Was machts eigentlich für nen Sinn, auf der Renne die Schaltung umzudrehen?

Ich mein, beim Beschleunigen drückts mich nach hinten und ich will hochschalten, also geht das nach oben wesentlich leichter. Beim Bremsen verhält sichs genau umgekehrt.
Selbst im Extremfall, wenn in einer Kurve der Schalthebel aufsetzen sollte, drückts ihn nach oben und schaltet im Extremfall halt hoch. Würde er runterschalten blockiert mir dann in der Kurve noch das Hinterrad.
 

Undertaker

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Semmelbrot schrieb:
In extremen Schräglagen kriegst du den Fuss nicht mehr unter den Hebel. ^^


Genau deswegen hab ich überlegt neue Rastenanlage mit Schaltumkehr zu kaufen...
In Linkskurven komm ich oft an den Begrenzer und kann nicht schalten...wenn ich mal flotter unterwegs bin ;)
 

jonnyblacklabel

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Ok ich merke ich habe mir wirklich noch garkeine Gedanken ums Schalten gemacht ^^ Da bekommt man ja angst das ich mir alles kaputt mache o_O

Ich dreh das Gas beim Schalten eigentlich immer komplett zu. Soll ich das garnicht? Fällt es mir deswegen so schwer bei hohen Drehzahlen zu schalten?
 

SKL

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jonnyblacklabel schrieb:
Ich dreh das Gas beim Schalten eigentlich immer komplett zu. Soll ich das garnicht? Fällt es mir deswegen so schwer bei hohen Drehzahlen zu schalten?
Ja. Weil du damit das Getriebe im Schiebebetrieb voll belastest und unter Belastung ist schlecht Schalten :D
Kurz das Gas zurückdrehen, damit es einfach nur entlastet wird, dann flutscht der Gang ganz easy rein.
 

jonnyblacklabel

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Sowas hätte mir mein Fahrlehrer damals ja auch mal sagen können... Bin grade mal aufs Bike gehüpft und habs getestet. Man man man... :D So fallen sie von alleine rein. Habs auch ohne Kupplung probiert, geht wunderbar, sehr angenehm. Nur manchmal geht dann ein Ruck durchs Bike. Also es kracht nix, flutscht ganz easy aber es ruckt eben. Ähnlich wie wenn man manchmal einfach das Gas wegnimmt.

Beim Runterschalten find ichs mit Kuppeln schon angenehmer. Die Drehzahl in dem Gang in den man will ist ja höher, aber fürs schalten muss man das Gas ein bisschen zurück nehmen. Irgendwie komisch.

Kann vllt nochmal einer aufschreiben 1. Fuß an Schalthebel 2. ... 3. usw ^^ Ich komm mir grade vor wie ein Fahranfänger :D
 

Magic

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..oder kurz Gas bisserl "Auf" (im Schiebebetrieb/Motorbremse) dann flutscht auch der nächst Kleinere rein..!
Krachen sollt da eigtl. gar nix..

Gruß M.
 

SKL

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jonnyblacklabel schrieb:
Kann vllt nochmal einer aufschreiben 1. Fuß an Schalthebel 2. ... 3. usw ^^ Ich komm mir grade vor wie ein Fahranfänger :D
Wir sollten mal besser einen Unterfrankenstammtisch machen, dann kann ich's dir live erklären - da kann man viel Getriebe wegraspeln, wenn man's falsch macht :thinking:
 

jonnyblacklabel

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Die nächsten zwei Wochenenden bin ich leider unterwegs. Fährst du zufällig auf die Sternfahrt nach Kulmbach?
Ansonstn ja Stammtisch. Von miraus dann in 3 Wochen.

Naja wenn ich jetzt immer schön brav etwas vorbelaste und es nicht mehr kracht werd ich wohl weniger wegraspeln als vorher ;-)
 

SKL

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jonnyblacklabel schrieb:
Die nächsten zwei Wochenenden bin ich leider unterwegs. Fährst du zufällig auf die Sternfahrt nach Kulmbach?
Ansonstn ja Stammtisch. Von miraus dann in 3 Wochen.
Sternfahrt? Nö, bin das WE geschäftlich+privat schon voll ausgebucht...

jonnyblacklabel schrieb:
Naja wenn ich jetzt immer schön brav etwas vorbelaste und es nicht mehr kracht werd ich wohl weniger wegraspeln als vorher ;-)
Nicht vorbelasten - du sollst entlasten beim Schalten! :wink:
 

Magic

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jonnyblacklabel schrieb:
Kann vllt nochmal einer aufschreiben 1. Fuß an Schalthebel 2. ... 3. usw ^^ Ich komm mir grade vor wie ein Fahranfänger :D

HIER.. besser kann man`s eigtl. nimmer erklären....
hatte Semmelbrot mel in nem anderen Fred eingestellt...

Viel Glück beim Schalten & Walten...

Gruß M.
 

folkmusic1

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. Ihr könnt das Schalten ohne Kupplung ja "mit etwas Kupplung unterstützen", z.B. Anfang`s beim Runterschalten..
wenn Ihr hierbei noch Bedenken habt..., einfach üben zu Schalten wie Ohne Kupplung, also den Schalthebel "vorbelasten"
etwas vom Gas gehen (Antriebsstrang entlasten) & dann TROTZDEM die Kupplung ziehen aber nur 1.Zentimeter, oder 1,5...
blitzschnell im selben Moment & dann eben immer weniger Kupplung ...

Ich mache das beim Hochschalten (runter schalte ich mit Kupplung und Zwischengas) und es gehr irgenwie "weicher" als ganz ohne Kupplung, wo ich beim Gas zu- und wieder aufmachen schon einen kleinen Ruck drinnen habe. Wenn ich aber die Kupplung leicht "antippe" (wie du es auch schreibst) geht alles super fein vonstatten. Vielleicht ging's auch ganz ohne Kupplung so, es kann aber sein, dass ich die ganze Bewegungskombination präziser hinbekomme, wenn ich ein bisschen die Kupplung lupfe/antippe.

Bei mir hat sich diese Methode am besten bewährt, deshalb experimentiere ich auch nicht mehr allzu viel rum :)
 
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