Wieviel bringt Öhlins und Co?
Ja, wie werden wir denn wirklich schneller? Wie viel bringen teure Fahrwerkskomponenten aus dem Zubehör? Was ist sinnvoll, was nicht?
Am meisten interessiert mich eigentlich, wieviel Zeitverbesserung bringt ein Fahrwerk? Es wird soviel darüber geschrieben, in vielen Tests von Zeitschriften wie Motorrad oder PS könnt ihr lesen: Die Variante mit dem Öhlinsfahrwerk ist der Schlüssel zum Glück, das fehlende Puzzleteil. Plötzlich liegt das Testbike wie auf Schienen, ist quasi ein anderes Motorrad. Absatz um Absatz wird mit Worten umschrieben wie gut nun das Federbein aus Schweden ist, oder die Gabel mit dem neuen Cartridge. Viele Worte aber nie Zahlen.
Wie oft wurde die normale Variante gegen die SP getestet. Sogar auf der Rennstrecke. Wo aber bleiben die aussagekräftigen Zahlen? Mir ist natürlich bewusst, es hängt von vielen Faktoren ab. Angefangen beim Bike selbst, eine BMW RR wird mit einem guten Zubehördämpfer wahrscheinlich unterschiedliche Zeitverbesserungen zu einer mit einem Austauschfederbein ausgestatteter GSX R im Vergleich zum Basisbike ergeben. Fahrer, Strecke, Layout, Anzahl der Kurven, Wetter und Reifenwahl verändern das Ergebnis ebenfalls. Aber! Wäre es nicht ein Anhaltswert zu wissen, bringt nun der Tausch der Dämpfer mit dem Tester der Zeitschrift PS auf Bike XY nun 3 Sekunden pro Runde auf dem Track X an Zeitverbesserung oder aber eben nur 0,2 Sekunden pro Runde?
Ich meine ja nur, eine Investition von rund 4000 € für Fahrwerkskomponenten ist für den Hobbyracer ordentlich Geld. Wir haben ja meist keine Sponsoren. Da wäre es doch wünschenswert zu wissen, was bedeutet es wenn man liest, es ist das fehlende Puzzleteil oder der Schlüssel zum Glück. 4000 € für 3 Sekunden auf ner Runde in Hockenheim oder dem GP Kurs, jepp, finde ich lohnenswert. 4000 € für 0,2 Sekunden eher nicht. Dann stecke ich das Geld doch lieber in Trainings, Coaching, Reifen, oder andere Umbauten wie breiterer Lenker, leichtere Felgen, oder einem 1:1 Trainer mit Videoanalyse.
Deshalb gehe ich dieses Thema nun selbst an. Ich habe in diesem Jahr viel gelernt. Meine Favorisierte Strecke ist Jules Tacheny in Mettet. Ein kleiner, leicht zu lernender aber dennoch anspruchsvoller Kurs. Mein Bike ist eine Suzuki GSX R 750 K 8.
Angefangen habe ich im Schneckentempo bei etwa 1:30 Minuten pro Runde in Gruppe 1. Nach vielen Runden, einigen Verbesserungen am Bike und zudem studieren von Videomaterial auf Youtube gehöre ich nun in die schnellste Gruppe 4.
Was habe ich dafür gemacht? Zuerst bin ich das Ganze ambitioniert angegangen, mit dem Ziel schneller zu werden. Ich sah mich am Ende eigentlich bei Gruppe 3, von Gruppe 4, wo man ja schon Semiprofessionell unterwegs ist, wagte ich nicht mal zu träumen.
Was hat mir nun am meisten geholfen?
Erstmal habe ich die Reifen getauscht, damit hatte ich dann einen freien Kopf und viel mehr Vertrauen. Mit der zusätzlichen Erfahrung, die ich dann Dank der Reifen auch umsetzen konnte war ich schon beim nächsten Event 3 Sekunden flotter. Ich lag also nun bei 1:27 Min pro Runde. Nicht schnell, aber ein ordentlicher Schritt. Dann habe ich den Motor bei LKM tunen lassen, was nicht nur mehr Leistung brachte, sie war nun auch viel besser abrufbar. Die Power war spürbar mehr und dennoch fahrbarer da nun die wirklich störenden Ruckler bzw. Lastwechsel bei der Gasannahme verschwunden waren. Eine schöne harmonische Leistungskurve mit perfekt abrufbarer Leistung ohne Leistungsloch brachten weitere 3 Sekunden. Siehe da, ich kann es besser als die Zeitschriften in Zahlen umsetzen. 1500 € für das Motortuning brachten mir weitere 3 Sekunden in Mettet. Wie ich finde Lohnenswert.
Ausgehend von 1:24 Min pro Runde kamen weitere Verbesserungen an´`s Bike. Ein breiterer Lenker von LSL brachte ein schnelleres und zielgenaueres Umlegen in den Kurven, einhergehend mit Leichtigkeit. Die Suzi fühlte sich nun leichter an, verbunden mit einem gleichzeitig eingebauten Quickshifter den ich ebenfalls sehr schätze, fielen weitere 2 Sekunden.
Im Netz konnte ich ebenfalls nicht finden wieviel bringt mir ein Quickshifter an Zeit? Die Antworten waren eher, kann ich nicht sagen, man kann sich besser aufs Fahren konzentrieren. Nun denn, in der Beschleunigung bringt das Ding schon ordentlich was, und deshalb bist du insbesondere direkt nach den Kurven deutlich flotter unterwegs als ohne. Ich denke das ist mehr als eine Sekunde pro Runde.
Bei 1:22 angekommen habe ich nun das in die Jahre gekommene Fahrwerk bei Klaus Thiele revidieren lassen. Öhlinsfedern ohne Cartridge in die Gabel. Dämpfer bekam eine Inspektion mit ebenfalls einer auf mein Gewicht abgestimmter Feder von Öhlins. Hier kann ich zwar sagen was es mir gebracht hat, es waren 2 Sekunden, aber das alte Fahrwerk hatte knapp 40.000 km auf dem Tacho und war sicher in einem schlechten Zustand. Wir sprechen hier halt eben nicht von neu gegen neu, sondern eher von defekt, oder zumindest doch sehr in die Jahre gekommen, gegen frisch revidiert mit leichtem tuning. Wir sind also nun bei 1:20 pro Runde und haben satte 10 Sekunden gefunden.
Der Weg war aber noch nicht zu Ende, er führte mich aber in Gruppe 3. Dort konnte ich dann einiges von schnelleren Fahrern lernen und meine Linie verbessern. Das brachte wieder 2 Sekunden.
Bei 1:18 angekommen setzte ich nun reinrassige Slicks wie den Pirelli SC 2 mit neuen Reifenwärmern ein. Zusätzlich baute ich die Brembo GP 4 Sättel ein und kam damit dann auf 1:16. Wieder 2 Sekunden gefunden und man glaubt es kaum, erstmalig in Gruppe 4 gefahren.
Zum nächsten und letzten Trackday kamen noch ein rutschfester Sitz, PVM Felgen und eine höhere durchsichtige Scheibe drauf. Ich schloss ab mit einer 1:14,8 kommend von einer 1:16,3 Min pro Runde. Also weitere 1,5 Sekunden gefunden. Insgesamt sogar mehr als 15 Sekunden in nur einer Saison.
Fürs kommende Jahr habe ich nun geplant, im Winter Umbau auf Emil Schwarz Lager, Schwinge und Lenkungsdämpfer mit zusätzlichem Tausch des Lenkungsdämpfers auf Hyperpro. Das ist für das Erste 2 Tagesevent geplant. Zusätzlich fahre ich dann mit Laptimer um ein wenig Datarecording zu nutzen.
Zum 2ten Event werde ich einen K tech Dämpfer verbauen lassen und sehen was bringt es zum revidierten Fahrwerk.
Beim 3ten Event sollte dann auch die Gabel ein Cartridge haben, und auch darauf bin ich gespannt.
Zum 4ten Trackdayevent werde ich dann noch ein 1.1 Coaching buchen und wenn das Wetter passt am Tag 2 zusätzlich einen SCX aufziehen.
Zum letzten Training soll dann noch eine Gewichtreduzierung folgen, also eine Komplettanlage ohne Kat, wahrscheinlich von Akra, Tausch von Kleinteilen wie Kettenschutz gegen Carbon und ich selbst würde ebenfalls noch 2 Kilo bei mir finden wollen, obwohl ich bei 1:78 mit zur Zeit 72 Kilo und trainiert keineswegs adipös bin. Übrigens die Batterie wurde schon gegen eine Lithium getauscht. Mals sehen wo es hinführt, ich werde berichten.
Liebe Bikergrüße
Lowo
Ja, wie werden wir denn wirklich schneller? Wie viel bringen teure Fahrwerkskomponenten aus dem Zubehör? Was ist sinnvoll, was nicht?
Am meisten interessiert mich eigentlich, wieviel Zeitverbesserung bringt ein Fahrwerk? Es wird soviel darüber geschrieben, in vielen Tests von Zeitschriften wie Motorrad oder PS könnt ihr lesen: Die Variante mit dem Öhlinsfahrwerk ist der Schlüssel zum Glück, das fehlende Puzzleteil. Plötzlich liegt das Testbike wie auf Schienen, ist quasi ein anderes Motorrad. Absatz um Absatz wird mit Worten umschrieben wie gut nun das Federbein aus Schweden ist, oder die Gabel mit dem neuen Cartridge. Viele Worte aber nie Zahlen.
Wie oft wurde die normale Variante gegen die SP getestet. Sogar auf der Rennstrecke. Wo aber bleiben die aussagekräftigen Zahlen? Mir ist natürlich bewusst, es hängt von vielen Faktoren ab. Angefangen beim Bike selbst, eine BMW RR wird mit einem guten Zubehördämpfer wahrscheinlich unterschiedliche Zeitverbesserungen zu einer mit einem Austauschfederbein ausgestatteter GSX R im Vergleich zum Basisbike ergeben. Fahrer, Strecke, Layout, Anzahl der Kurven, Wetter und Reifenwahl verändern das Ergebnis ebenfalls. Aber! Wäre es nicht ein Anhaltswert zu wissen, bringt nun der Tausch der Dämpfer mit dem Tester der Zeitschrift PS auf Bike XY nun 3 Sekunden pro Runde auf dem Track X an Zeitverbesserung oder aber eben nur 0,2 Sekunden pro Runde?
Ich meine ja nur, eine Investition von rund 4000 € für Fahrwerkskomponenten ist für den Hobbyracer ordentlich Geld. Wir haben ja meist keine Sponsoren. Da wäre es doch wünschenswert zu wissen, was bedeutet es wenn man liest, es ist das fehlende Puzzleteil oder der Schlüssel zum Glück. 4000 € für 3 Sekunden auf ner Runde in Hockenheim oder dem GP Kurs, jepp, finde ich lohnenswert. 4000 € für 0,2 Sekunden eher nicht. Dann stecke ich das Geld doch lieber in Trainings, Coaching, Reifen, oder andere Umbauten wie breiterer Lenker, leichtere Felgen, oder einem 1:1 Trainer mit Videoanalyse.
Deshalb gehe ich dieses Thema nun selbst an. Ich habe in diesem Jahr viel gelernt. Meine Favorisierte Strecke ist Jules Tacheny in Mettet. Ein kleiner, leicht zu lernender aber dennoch anspruchsvoller Kurs. Mein Bike ist eine Suzuki GSX R 750 K 8.
Angefangen habe ich im Schneckentempo bei etwa 1:30 Minuten pro Runde in Gruppe 1. Nach vielen Runden, einigen Verbesserungen am Bike und zudem studieren von Videomaterial auf Youtube gehöre ich nun in die schnellste Gruppe 4.
Was habe ich dafür gemacht? Zuerst bin ich das Ganze ambitioniert angegangen, mit dem Ziel schneller zu werden. Ich sah mich am Ende eigentlich bei Gruppe 3, von Gruppe 4, wo man ja schon Semiprofessionell unterwegs ist, wagte ich nicht mal zu träumen.
Was hat mir nun am meisten geholfen?
Erstmal habe ich die Reifen getauscht, damit hatte ich dann einen freien Kopf und viel mehr Vertrauen. Mit der zusätzlichen Erfahrung, die ich dann Dank der Reifen auch umsetzen konnte war ich schon beim nächsten Event 3 Sekunden flotter. Ich lag also nun bei 1:27 Min pro Runde. Nicht schnell, aber ein ordentlicher Schritt. Dann habe ich den Motor bei LKM tunen lassen, was nicht nur mehr Leistung brachte, sie war nun auch viel besser abrufbar. Die Power war spürbar mehr und dennoch fahrbarer da nun die wirklich störenden Ruckler bzw. Lastwechsel bei der Gasannahme verschwunden waren. Eine schöne harmonische Leistungskurve mit perfekt abrufbarer Leistung ohne Leistungsloch brachten weitere 3 Sekunden. Siehe da, ich kann es besser als die Zeitschriften in Zahlen umsetzen. 1500 € für das Motortuning brachten mir weitere 3 Sekunden in Mettet. Wie ich finde Lohnenswert.
Ausgehend von 1:24 Min pro Runde kamen weitere Verbesserungen an´`s Bike. Ein breiterer Lenker von LSL brachte ein schnelleres und zielgenaueres Umlegen in den Kurven, einhergehend mit Leichtigkeit. Die Suzi fühlte sich nun leichter an, verbunden mit einem gleichzeitig eingebauten Quickshifter den ich ebenfalls sehr schätze, fielen weitere 2 Sekunden.
Im Netz konnte ich ebenfalls nicht finden wieviel bringt mir ein Quickshifter an Zeit? Die Antworten waren eher, kann ich nicht sagen, man kann sich besser aufs Fahren konzentrieren. Nun denn, in der Beschleunigung bringt das Ding schon ordentlich was, und deshalb bist du insbesondere direkt nach den Kurven deutlich flotter unterwegs als ohne. Ich denke das ist mehr als eine Sekunde pro Runde.
Bei 1:22 angekommen habe ich nun das in die Jahre gekommene Fahrwerk bei Klaus Thiele revidieren lassen. Öhlinsfedern ohne Cartridge in die Gabel. Dämpfer bekam eine Inspektion mit ebenfalls einer auf mein Gewicht abgestimmter Feder von Öhlins. Hier kann ich zwar sagen was es mir gebracht hat, es waren 2 Sekunden, aber das alte Fahrwerk hatte knapp 40.000 km auf dem Tacho und war sicher in einem schlechten Zustand. Wir sprechen hier halt eben nicht von neu gegen neu, sondern eher von defekt, oder zumindest doch sehr in die Jahre gekommen, gegen frisch revidiert mit leichtem tuning. Wir sind also nun bei 1:20 pro Runde und haben satte 10 Sekunden gefunden.
Der Weg war aber noch nicht zu Ende, er führte mich aber in Gruppe 3. Dort konnte ich dann einiges von schnelleren Fahrern lernen und meine Linie verbessern. Das brachte wieder 2 Sekunden.
Bei 1:18 angekommen setzte ich nun reinrassige Slicks wie den Pirelli SC 2 mit neuen Reifenwärmern ein. Zusätzlich baute ich die Brembo GP 4 Sättel ein und kam damit dann auf 1:16. Wieder 2 Sekunden gefunden und man glaubt es kaum, erstmalig in Gruppe 4 gefahren.
Zum nächsten und letzten Trackday kamen noch ein rutschfester Sitz, PVM Felgen und eine höhere durchsichtige Scheibe drauf. Ich schloss ab mit einer 1:14,8 kommend von einer 1:16,3 Min pro Runde. Also weitere 1,5 Sekunden gefunden. Insgesamt sogar mehr als 15 Sekunden in nur einer Saison.
Fürs kommende Jahr habe ich nun geplant, im Winter Umbau auf Emil Schwarz Lager, Schwinge und Lenkungsdämpfer mit zusätzlichem Tausch des Lenkungsdämpfers auf Hyperpro. Das ist für das Erste 2 Tagesevent geplant. Zusätzlich fahre ich dann mit Laptimer um ein wenig Datarecording zu nutzen.
Zum 2ten Event werde ich einen K tech Dämpfer verbauen lassen und sehen was bringt es zum revidierten Fahrwerk.
Beim 3ten Event sollte dann auch die Gabel ein Cartridge haben, und auch darauf bin ich gespannt.
Zum 4ten Trackdayevent werde ich dann noch ein 1.1 Coaching buchen und wenn das Wetter passt am Tag 2 zusätzlich einen SCX aufziehen.
Zum letzten Training soll dann noch eine Gewichtreduzierung folgen, also eine Komplettanlage ohne Kat, wahrscheinlich von Akra, Tausch von Kleinteilen wie Kettenschutz gegen Carbon und ich selbst würde ebenfalls noch 2 Kilo bei mir finden wollen, obwohl ich bei 1:78 mit zur Zeit 72 Kilo und trainiert keineswegs adipös bin. Übrigens die Batterie wurde schon gegen eine Lithium getauscht. Mals sehen wo es hinführt, ich werde berichten.
Liebe Bikergrüße
Lowo
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